Projekt Sanierung der historischen Seilbahnplattform Gruobas Ursera

Ausgangslage


Im Schams befinden sich bedeutende Zeugnisse des historischen Bergbaus in Graubünden. Eines dieser Abbaugebiete sind die «Gruobas Ursera» auf dem Gemeindegebiet von Andeer oberhalb von Ferrera. Teile der obertägigen Infrastruktur aus der Zeit des letzten Abbaus Mitte des 19. Jahrhunderts sind bis heute erhalten geblieben und sind seiner Zeit überwiegend in Trockenmauerbauweise erstellt worden. Aktuell sind das Gemäuer der Seilbahnplattform, Teile der Rollbahn sowie die Ruine der Kantine akut einsturzgefährdet. 

Um die historisch wertvollen Strukturen zu erhalten, möchte der «Verein Erzminen Hinterrhein» zusammen mit dem Verein «Freunde des Bergbaus Graubünden» und dem Naturpark Beverin die obertägigen Gemäuer sanieren und so den langfristigen Erhalt sicherstellen. Die Gesamtsanierung ist in mehreren Etappen geplant. Aufgrund ihres schlechten Zustands ist als erste Etappe die Sanierung der Seilbahnplattform und Teile der Rollbahn geplant. 

Nach bisherigem Kenntnisstand könnte es sich bei der Seilbahn in Ursera um die erste im Kanton Graubünden handeln. Somit stellt die historische Seilbahnplattform ein bedeutendes jedoch in Vergessenheit geratenes Industriedenkmal dar. Augenzeugenberichten zufolge wurde die Seilbahn über eine Länge von 650m mit zwei Körben an Stahlseilen mit Hanfseele nach dem Gravitationsprinzip betrieben. Die Seilbahn wurde 1866 zum ersten Mal erwähnt und wahrscheinlich in diesem Jahr durch die englische Bergbaugesellschaft Val-Sassam Mines Company Ltd. Co erbaut und in Betrieb genommen. Die Originaldokumente der Firma wurden leider durch einen Brand im 2. Weltkrieg in England vernichtet.

 

Bisherige Vorabklärungen für die Sanierung der Seilbahnplattform

·       In einem ersten Schritt wurde mit Thomas Reitmaier vom Archäologischen Dienst Graubünden (ADG) die geplante Sanierung der Seilbahnplattform besprochen. Da bei der Sanierung keine relevanten archäologischen Befunde zu erwarten sind, kann diese ohne Einwände seitens des ADG durchgeführt werden. Der ADG wird das Projekt begleiten und hat die Dokumentation vor und nach Abschluss der Sanierung zugesichert.

·       Für die technische Umsetzung der Sanierung wurde eine Machbarkeitsstudie bei dem Bauingenieur Jakob Obrecht, einem Spezialisten für historische Natursteinbauten, in Auftrag gegeben. Das Gutachten vom 17. Juni 2019 beurteilt die Anlagen als historisch wertvoll und erhaltenswert. Weiter werden technische Details für eine fachgerechte Sanierung empfohlen.

·       Am 15.10.2019 wurde die Seilbahnplattform mit Jakob Obrecht und den beiden Baugeschäften Luzi- und Müller Bau sowie dem Trocken-Maurer Flurin Stoffel begangen. Nach Eingang der Offerten von Luzi- und Müller Bau entschied die Projektgruppe am 17.02.2020 den Auftrag an Müller Bau zu erteilen. Die Arbeiten des Trocken-Maurers Flurin Stoffel sind in der Offerte enthalten. 

 

Weiteres Vorgehen

·       Im Winter 2020/2021 werden weitere Finanzierungsfragen gestellt 

·       Die Sanierungsarbeiten sind für Juni und Juli 2021 geplant

Projektpartner

Verein Erzminen Hinterrhein (VEH)

Freunde des Bergbaus in Graubünden (FBG)

Naturpark Beverin (NPB)

Archäologischer Dienst Graubünden (ADG)

Denkmalpflege Graubünden (DG)

Projektgruppe

Johannes Mani (VEH), johannes.mani-frey@bluemail.ch

Thomas Lechner (VEH), toma.lechner@bluewin.ch

Thomas Thöny (VEH), tt@starlera.ch

Lloyd Beeler (FBG), lloyd.beeler@bergbau-museum.ch

Sebastian Nagelmüller (NPB), Sebastian.nagelmueller@naturpark-beverin.ch

Flurin Stoffel (NPB), flurin.stoffel@naturpark-beverin.ch

Jakob Obrecht (beratender Bauingenieur), jak.obrecht@bluewin.ch

Verein Erzminen Hinterrhein  Konto 70-216-5

 

CH34 0077 4010 0705 4130 0